29.06.2020

IN PLANUNG: SANIERUNG UND UMBAU DER ALTEN CANZLEY IN NEUNBURG VORM WALD

Die ältesten Teile der Baustruktur stellen der Burgbefestigungsturm und die ehemalige Burgmauer dar. An diese wurde Ende des 14. Jahrhunderts durch Ruprecht III. die herzögliche Canzley als Saalbau angebaut. Über 200 Jahre diente es als Canzley, aber auch als Behausung, unter anderem für Landrichter und Pfleger Jacob von Müffling. 1587 verkaufte Pfalzgraf Casimir das baufällige Gebäude an die Stadt Neunburg vorm Wald. Es wird nach Norden erweitert und dient als Stadtschreiberei und Behausung des Stadtschreibers Bärtlme Heber. Über weitere 200 Jahre dient es weiter als Amtsgebäude mit Behausung für Stadtschreiber, Aufschläger und Oberungeldsgegenschreiber bis es kurze Zeit in Privatbesitz überging und dann wieder vom Staat gekauft wurde, um die Bezirksgerichtsfronfeste ab 1857 zu errichten. Bis 1945 hatte die Nutzung als Gefängnis Bestand (Auch die Wärterfamilie wohnte im Haus), bis das Gebäude in den 50er Jahren zum Gesundheitsamt umgebaut wurde. Zuletzt wurde das Gebäude Im Berg 15 in den Jahren 1978-1998 von der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald als Büro genutzt. Ein Teilbereich wurde bis 2002 als Rechtsanwaltskanzlei genutzt.



Das Gebäude befindet sich trotz des langen Leerstands und geringen Instandhaltungsmaßnahmen in einem relativ guten Zustand, was auf die soldide Bauweise eines über jahrhunderte Alten „öffentlichen Gebäudes“ zurückzuführen ist. Zu diesem Gesamteindruck trägt sicherlich auch der kräftige Eingriff in den 60er Jahren im Bereich des ehemaligen Zellentrakts bei, bei welchem nur die Außenwände weitestgehend erhalten blieben. Hier wurde damals eine Bodenplatte und eine Decke aus Stahlbeton über dem Erdgeschoss eingebaut. Im älteren Teil sind vor allem die aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk ein Problem, welches angegangen werden muss. Der Dachstuhl von 1857 macht einen guten Eindruck. Er wurde in den 1970er Jahren neu verschalt und bedarf keiner weiteren Maßnahmen. Kritisch ist allerdings der Zustand der Außenmauern des Turmes, durch welche vertikale Risse führen. Diese, wie auch die Risse im Rondell der Zwingermauer, welche mit dem Bau der Rahmstraße Mitte des 19. Jahrhunderts vollzogen wurde, lassen sich durch den statisch nicht ausreichenden Untergrund beim Bau der Rahmstraße begründen.

Das Erdgeschoss und Obergeschoss soll nach der Instandsetzung von mehreren Nutzungseinheiten als Büro genutzt werden. Zudem soll eine Wohnung mit eingebaut werden. Hierdurch spiegelt sich auch wieder die historische Nutzung aus arbeiten und wohnen wieder für die Zukunft. Ein Leuchtturmprojekt für vollumfängliches Leben in der Altstadt.

Gebäudetyp:Denkmal
Standort:Neunburg vorm Wald
Bauherr:privat
Leistung:LPH 1-9