09.02.2017

DORFGEMEINSCHAFTSHAUS MITTERAUERBACH

Der Stadtrat in Neunburg vorm Wald wurde über den aktuellen Sanierungsstand des denkmalgeschützten Dreiseithofes in Mitterauerbach informiert. Als betreuendes Architekturbüro unterstützten wir die Präsentation des Projektes und skizzierten den weiteren Verlauf auf. Besonders erwähnenswert sind die enormen Eigenleistungen, die die Dorfgemeinschaft Mitterauerbach bisher in die Sanierung steckte.

 


Quelle: Mittelbayerische Zeitung

Seit dem Jahr 2011 laufen die Arbeiten am Dreiseithof in Mitterauerbach. Kurz nach der Genehmigung wurde der Einschlaf für das Bauholz, das von Waldbesitzern aus dem Ort gespendet wurde begonnen.

Mit viel überliefertem Wissen und alten Techniken wurde der denkmalgeschützte Hof saniert. Ein Beispiel hierfür bilden die eingebauten Kastenfenster, welche nicht nur traditionelle Bauweise sondern auch zeitgemäßes Energiesparen beinhalten, ohne auf Isolierglasscheiben rückgreifen zu müssen. Die Lösung bestand darin, das innere Fenster mit einem Dichtungsstreifen nach außen abzudichten. „Das funktioniert im Prinzip genauso wie bei einer Doppelverglasung, nur mit dem Unterschied, dass diese Fenster nicht nach zehn oder 15 Jahren kaputt sind“, erklärte Architekt Michael Steidl. Auch bei der Machart wurde auf alte Schreinertechnik zurückgegriffen. Die Rahmenleisten sind nicht verleimt sondern nur mit „Holznägeln“ verbunden.

Für den Anstrich wurde kaltgepresstes Leinöl mit mineralischen Pigmenten verwendet. „Es muss kaltgepresst sein, weil nur dieses ins Holz eindringt. Gekochtes Leinöl ist Firnis, der aber auf der Oberfläche bleibt“, so die Erklärung. Mit dem gleichen Öl sollen auch die Böden und Türen behandelt werden. Das Glas für die Außenscheiben wurde in einer Marktredwitzer Glashütte traditionell mundgeblasen. Verzichtet wurde ebenso auf moderne Fensterbeschläge. Zum Einsatz kamen vielmehr der „Reibl“ und „Aufläufer“, wie sie häufig noch an sehr alten Fenstern zu sehen sind, ein einfacher Hebel und ein gebogener Draht, der das Holz schont. (Auszug aus "Dreiseithof wird ein Schmuckstück, Mittelbayerische Zeitung, 9.Februar 2017)