DORFERNEUERUNG DASSWANG
Die ehemalige Turnhalle des Schulgebäudes in Daßwang wird saniert und zu einem vielseitig nutzbaren Mehrzweckgebäude weiterentwickelt. Ein neuer Anbau mit Sanitärräumen, Küche und eigenständigem Zugang ermöglicht künftig sowohl eine unabhängige Nutzung als auch Veranstaltungen im Verbund mit dem bestehenden Schützenheim. Bodentiefe Öffnungen verbinden die Halle unmittelbar mit dem Außenraum.
Ergänzt wird das Ensemble durch ein schlichtes Holzgebäude für die Stockschützen und weitere Vereine, eine neu geordnete Bushaltestelle sowie behutsam gestaltete Aufenthaltsbereiche am Bo-See. Die Wärmeversorgung wird von Öl auf Hackschnitzel umgestellt.
Der Entwurf verbindet den wirtschaftlichen Erhalt vorhandener Bausubstanz mit einer zeitgemäßen Interpretation regionaler Bautradition. Wir freuen uns, die Gemeinde Seubersdorf bei diesem wichtigen Projekt für die Dorfgemeinschaft planerisch begleiten zu dürfen. Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz fördert die Maßnahmen mit 640.000 Euro.
Die ehemalige Turnhalle des Schulgebäudes in Daßwang bildet gemeinsam mit dem bereits zum Schützenheim umgebauten Schulhaus einen wichtigen Ort des dörflichen Gemeinschaftslebens. Bauliche Mängel, insbesondere die starke Feuchtebelastung von Wänden und Fußboden, machen eine grundlegende Sanierung erforderlich. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zeigte, dass der Erhalt, Umbau und die Erweiterung des Bestands gegenüber einem vergleichbaren Neubau die wirtschaftlichere Lösung darstellen.
Ziel des Entwurfs ist es, die Turnhalle zu einem eigenständig nutzbaren Mehrzweckgebäude für Vereine, Dorfgemeinschaft und Veranstaltungen weiterzuentwickeln. Durch den Umbau der bestehenden Fenster zu bodentiefen Fenstertüren öffnet sich der Mehrzweckraum zum ehemaligen Schulgarten und erhält mehr Tageslicht sowie einen unmittelbaren Bezug zum Außenraum.
Ein östlicher Erweiterungsbau nimmt die notwendigen Sanitärräume, eine Teeküche mit Ausschankmöglichkeit und einen neuen Zugang auf. Dadurch kann die Mehrzweckhalle künftig unabhängig vom Schützenheim, bei größeren Veranstaltungen aber auch gemeinsam mit diesem genutzt werden. Die neuen Sanitärräume stehen zugleich für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung. In Kubatur und Farbgebung orientiert sich die Erweiterung am Bestand, wird durch eine vertikale Holzverschalung jedoch als zeitgemäße Ergänzung ablesbar.
Im Zuge der Sanierung wird auch die Wärmeversorgung des Gebäudekomplexes von Öl auf eine Hackschnitzelheizung umgestellt. Der dafür notwendige Hackschnitzelbunker wird zurückhaltend an der Nordseite des ehemaligen Schulhauses angeordnet.
Ergänzt wird das Ensemble durch ein neues Nebengebäude für die Stockschützen und weitere örtliche Vereine. Der einfache Holzbau mit Satteldach greift die Typologie der traditionellen Stadel und Nebengebäude der Oberpfälzer Dörfer auf, ohne diese historisierend nachzuahmen. Aufenthaltsbereich, Lagerflächen und eine überdachte Veranda werden unter einem gemeinsamen Dach zusammengefasst. Die Veranda erweitert den Innenraum zur Stockschützenbahn und schafft einen wettergeschützten Ort für Begegnung, Zuschauer und gemeinschaftliche Veranstaltungen.
Weitere Bausteine der Dorferneuerung sind die Neuordnung der Bushaltestelle mit Wendeplatz und Stellplätzen sowie die behutsame Aufwertung des Bo-Sees durch neue Sitzmöglichkeiten. Bestehende Grünstrukturen werden dabei einbezogen und der naturnahe, ökologisch wertvolle Charakter des Dorfweihers bewahrt.
Das Projekt verbindet die nachhaltige Weiterverwendung vorhandener Bausubstanz mit zeitgemäßen Nutzungen, regionaler Materialität und einer Stärkung des gemeinschaftlichen Lebens in Daßwang.
| Typologie: | Mehrzweckgebäude und Dorferneuerung |
| Standort: | Daßwang, Gemeinde Seubersdorf i. d. OPf. |
| Bauherr: | Gemeinde Seubersdorf i. d. OPf. |
| Projektstatus: | in Planung |
| Förderung: | Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz |
| Leistungsphasen: | 1-9 |